Retrofit eines Becherwerks.

Höhere Betriebssicherheit durch Retrofit eines Becherwerks mit dem RUD 2win System

Der Ausfall bereits eines Teiles des Systems hat große Auswirkungen

Becherwerke gehören zu den wichtigsten Förderanlagen in der Schüttgutindustrie. Ob in Zementwerken, Kalkwerken, Kraftwerken, Hafenanlagen oder der chemischen Industrie – sie transportieren große Mengen an Schüttgütern zuverlässig und kontinuierlich über vertikale Förderstrecken. Da sie häufig ein zentraler Bestandteil des Produktionsprozesses sind, kann bereits ein ungeplanter Stillstand erhebliche wirtschaftliche Folgen verursachen.

Besonders kritisch sind wiederkehrende Schäden an den Kettenenden den Becherbefestigungen die zugleich auch die Zugkraft der Kette übertragen und die Kettenenden verbinden. Verschleiß, Materialermüdung oder ungünstige Krafteinleitungen führen häufig zu Kettenbügelbrüchen, Kettenproblemen und ungeplanten Anlagenstillständen. Viele Betreiber reagieren zunächst mit dem Austausch einzelner Verschleißteile. Die eigentliche Ursache bleibt dabei jedoch oft bestehen, sodass dieselben Schäden nach kurzer Zeit erneut auftreten.

Gerade ältere Becherwerke arbeiten noch mit diesen Kettensystemen, deren Konstruktion heutigen Anforderungen an Belastbarkeit, Lebensdauer und Wartungsfreundlichkeit nur eingeschränkt gerecht wird. Gleichzeitig sind diese Anlagen häufig mechanisch in gutem Zustand, sodass ein kompletter Neubau wirtschaftlich kaum sinnvoll ist.

Ein technisch durchdachtes Retrofit bietet hier eine attraktive Alternative. Durch die Modernisierung des Ketten- und Befestigungssystems lassen sich bestehende Anlagen auf einen aktuellen technischen Stand bringen – mit deutlich höherer Betriebssicherheit, längeren Standzeiten und geringeren Wartungskosten.

Ein Praxisprojekt aus der Schüttgutindustrie zeigt, wie durch die Umrüstung eines bestehenden Becherwerks auf das RUD 2win System wiederkehrende Kettenbügelbrüchen dauerhaft beseitigt und die Anlagenverfügbarkeit deutlich erhöht werden konnte.

Ausgangssituation beim Kunden

Bei einem Betreiber aus der Schüttgutindustrie traten an einem Becherelevator regelmäßig Kettenbügelbrüche auf. Die Förderanlage arbeitete mit einer bestehenden DIN-Kettenlösung der Größe 36 × 126, sieben-gliedrigen Kettenenden sowie Kettenbügeln mit einer Teilung von 147 mm.

Bereits nach durchschnittlich etwa 2,5 Jahren mussten zahlreiche Kettenbügel und Kettenenden ersetzt werden. Besonders kritisch waren die wiederkehrenden Schäden an den Kettenbügel. Diese führten regelmäßig zu ungeplanten Anlagenstillständen und erhöhtem Wartungsaufwand.

Die Ursache lag jedoch nicht ausschließlich in den eingesetzten Komponenten selbst. Vielmehr zeigte sich, dass die vorhandene Konstruktion die auftretenden Kräfte nicht optimal verteilte. Dadurch wurden einzelne Bauteile dauerhaft überbeansprucht.

Ein einfacher Austausch gegen baugleiche Ersatzteile hätte die Situation lediglich kurzfristig verbessert.

Gesucht wurde deshalb eine nachhaltige Lösung, die sowohl die bestehenden Anlagengeometrien berücksichtigt als auch die Belastungen dauerhaft reduziert.

Die technische Herausforderung

Das Ziel bestand darin,

  • die vorhandene Anlage weiter zu nutzen,
  • umfangreiche Umbauten zu vermeiden,
  • die Lebensdauer deutlich zu erhöhen,
  • Stillstände zu reduzieren,
  • die Wartungskosten nachhaltig zu senken.

Da der Becherelevator weiterhin zuverlässig in den bestehenden Produktionsprozess integriert bleiben musste, durfte die Umrüstung nur mit möglichst kurzen Stillstandszeiten erfolgen. Zudem mussten sämtliche Komponenten exakt auf die vorhandene Anlagengeometrie abgestimmt werden.

Die RUD Lösung

Nach einer detaillierten technischen Analyse entwickelte RUD ein individuelles Retrofit-Konzept für die bestehende Förderanlage. Im Mittelpunkt stand die vollständige Umrüstung auf das RUD 2win System. Dabei wurden sämtliche relevanten Komponenten exakt auf die vorhandene Anlage abgestimmt.

Das Retrofit erfolgte ohne grundlegende Änderung der gesamten Förderanlage. Dadurch konnten die vorhandenen Anlagenkomponenten weiterhin genutzt werden.

Eingesetzte Produkte

RUD Rundstahlkette
RUD 2win Befestigungssystem

Fazit

Diese Referenz zeigt, dass wiederkehrende Schäden an Becherelevatoren nicht zwangsläufig einen kompletten Neubau der Anlage erfordern. Durch eine sorgfältige Analyse der Schadensursachen und ein technisch abgestimmtes Retrofit können bestehende Förderanlagen nachhaltig modernisiert werden.

Im beschriebenen Projekt führte die Umrüstung auf das RUD 2win System zu einer deutlich höheren Betriebssicherheit, geringeren Wartungsaufwänden und einer garantierten Laufzeit von 20.000 Betriebsstunden beziehungsweise vier Jahren. Gleichzeitig konnte die bestehende Anlagengeometrie erhalten bleiben, wodurch Investitionskosten und Stillstandszeiten reduziert wurden.

Für Betreiber von Becherelevatoren in der Schüttgutindustrie bietet ein Retrofit somit eine wirtschaftliche Möglichkeit, die Lebensdauer bestehender Anlagen zu verlängern und ihre Verfügbarkeit nachhaltig zu steigern.

Typische Probleme bei Becherwerken

Obwohl Becherwerke als robuste Förderanlagen gelten, treten insbesondere im Bereich der Ketten häufig Schäden auf.

Kettenbügelbrüche

Die Verbindung zwischen Kette und Becher ist hohen dynamischen Belastungen ausgesetzt. Werden Kräfte ungleichmäßig eingeleitet, entstehen Spannungen, die langfristig zu Materialermüdung führen können.

Typische Folgen:

  • Bruch einzelner Kettenbügel
  • Beschädigte Becher
  • Becherschieflauf
  • ungeplante Anlagenstillstände

Kettenverschleiß und Kettenlängung

Im täglichen Betrieb wirken Zugkräfte, Abrasion sowie wechselnde Lasten auf die Förderkette. Mit zunehmender Betriebsdauer verlängert sich die Kette.

Dies führt zu:

  • schlechterem Laufverhalten
  • höherem Verschleiß
  • erhöhtem Energiebedarf
  • zusätzlichen Belastungen der Umlenkungen

Wiederkehrende Wartungsarbeiten & Produktionsstillstände

Viele Betreiber tauschen regelmäßig beschädigte Mitnehmer, Kettenbügel oder Kettenglieder aus.

Das bedeutet:

  • hohe Instandhaltungskosten
  • Ersatzteilbevorratung
  • längere Wartungsfenster
  • Personalbindung

Der größte wirtschaftliche Schaden entsteht meist nicht durch das defekte Bauteil selbst, sondern durch den Produktionsausfall. Je nach Anlage können bereits wenige Stunden Stillstand Kosten im fünf- oder sechsstelligen Bereich verursachen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

RUD entwickelt seit Jahrzehnten hochwertige Ketten- und Fördertechniklösungen für anspruchsvolle industrielle Anwendungen.

Neben der Fertigung hochwertiger Rundstahlketten unterstützt RUD seine Kunden auch bei:

  • Schadensanalysen
  • Engineering
  • Anlagenbewertung
  • Retrofit-Projekten
  • individueller Konstruktion
  • Inbetriebnahme
  • weltweitem Service

Das Ziel besteht darin, bestehende Anlagen technisch und wirtschaftlich sinnvoll weiterzuentwickeln und ihre Lebensdauer nachhaltig zu erhöhen.

Ein Retrofit lohnt sich insbesondere dann, wenn die Grundkonstruktion der Anlage weiterhin intakt ist, jedoch einzelne Komponenten wie Ketten, Kettenhalter oder Befestigungssysteme regelmäßig Ausfälle verursachen. Durch eine gezielte Modernisierung können Standzeiten erhöht und Investitionskosten gegenüber einer Neuanlage reduziert werden.

Rundstahlketten überzeugen durch ihre hohe Dauerfestigkeit, gleichmäßige Kraftübertragung, gute Verschleißeigenschaften und lange Lebensdauer. Sie eignen sich besonders für anspruchsvolle Förderanwendungen mit hohen dynamischen Belastungen.

Die Dauer hängt von der Größe und Komplexität der Anlage ab. Da bei einem Retrofit bestehende Strukturen genutzt werden, sind die Stillstandszeiten in der Regel deutlich kürzer als bei einer vollständigen Neuinstallation.

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Die Fördertechnik-Experten von RUD analysieren Ihre bestehende Anlage, bewerten die vorhandene Ketten- und Befestigungstechnik und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine technisch sowie wirtschaftlich optimale Modernisierungslösung.